Global Electronic Network – Time Square

Das soll kein Review im eigentlichen Sinne werden, denn hier soll es in Zukunft eher um frische Musik gehen. Aber da wir schon grad bei Klassikern waren und ich mir zur Feier des Tages (eher der Nacht) einen schon länger gehegten Wunsch erfüllt habe, gibt es noch einen Classic hinterher. Ich habe mir endlich die Global Electronic Network – Time Square (Mille Plateaux) auf Discogs gegönnt. Für die, die diesen Track aus mehreren Clubnights schon kennen, ist das zwar nichts Neues. Aber vielleicht gibt es ja den Ein oder Anderen, der dieses 23 minütige Epos noch nicht kennt. Ein wahres Meisterwerk, das sich in unfassbare Höhen schraubt und einem einfach nur noch wegfliegen lässt. Schwierig diesen Track zu beschreiben, der von Ambient über Acid Trance zu Techno nahezu alle Stationen durchmacht, die elektronische Musik für mich so liebenswert gemacht haben. Und das ist auch garnicht mein Anliegen. Hört es euch einfach selber an. Mit Dank an den Uploader.


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G Strings – The land of Dreams

Diese Woche gab es etwas ganz besonderes zu ergattern. Einen Repress eines echten Klassikers. Die Rede ist von G Strings 1990 erstmals erschienenem Release “The Land of Dreams” auf Seventh Sign Recordings.
Der Titeltrack legt dann auch gleich ohne große Umschweife los mit einem zeitlosen (!) Chicago House Beat über einem extrem tiefergelegten Bass. Hinzu kommen noch die sehnsüchtigen Strings und ein paar kräftige Snares. Viel mehr braucht es auch nicht zur Glückseligkeit. Der Track hat einen simplen, aber perfekten Aufbau. Mich erinnert das ein wenig an eine Mischung aus Hells “Totmacher” und der zartbitteren Melancholie einiger Schatrax Tracks (man denke an “Mispent Years”, etc.).

Weiter gehts mit einer interessanten Mischung aus klassischen Chicagoer Deephouse Beats und eines in späteren Zeiten als typische Trancebassline im 8teltakt identifizierbaren Bassgerüstes. Auch hier gewinnt die Einfachheit. Ein paar rhythmische Stabs und Strings sorgen für das mindestmaß an Gefühl und die Clap haut schön auf die Viertel.

Die Flip kommt mit Images dann noch ein wenig wehmütiger daher als die anderen Tracks. Dabei ist es die Ruhe der leicht disharmonischen Strings, die die roughen 909 Beats konterkariert und so für einen nahezu schwerelosen Zustand sorgt.

Der Dub lässt die Beats dann ein wenig entspannen und rundet die EP stimmig ab.
Alles in Allem erscheint diese Platte wie aus einem Guss. Die Direktheit der Maschinen gepaart mit der Wärme der Strings machen “The Land of Dreams” zu einem Meisterwerk für die besonderen Momente.

Discogs

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Deep Techno Cast #1

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Verspäteter Hype

Immer wieder taucht aus dem Nichts plötzlich ein Act auf, der einem den Glauben an das Gute im Techno wieder gibt. Solche Lichtgestalten glänzen meist mit ihrem ersten Release. Hoffnungen bauen sich auf, jemanden entdeckt zu haben, der richtig durchstartet. Doch dann kommt fast immer die große Ernüchterung. Die nächste Platte wird eilig hinterhergeschoben und kommt bei Weitem nicht an das Debüt heran.

Auch nicht so schlimm, denkt man sich, und legt den Artist schonmal vorläufig auf Eis. Doch dann geschieht etwas Erstaunliches. Die Presse stürzt sich auf den besagten Künstler. Der Hype geht los. Da wird so jemand plötzlich für seine ganzen mittelmäßigen Folgereleases in den Himmel gehoben und man fragt sich wofür. Er hat doch eigentlich nur eine geile Platte gemacht! Und von der spricht kein Mensch, und die wird auch nicht zum Hit hochstilisiert.

Es muss also eine ganz andere Kraft geben, die die Blogs und Magazine beeinflusst bei der Wahl ihrer Stars. Eine gewisse Trägheit in der Mund zu Mund Propaganda, die schließlich dazu führt, dass jemand ins Gespräch kommt, der eigentlich schon wieder “out” ist (Ihr wisst hoffentlich was ich mit out meine).

Es muss wohl so sein, dass viele der Redakteure auf einen Zug aufspringen ohne sich wirklich im Klaren zu sein warum. Wer hier die Meinungsführerschaft inne hat bleibt letztendlich im Verborgenen.

Beispiele gibt es eine Menge. Aus jüngster Vergangenheit fällt mir da besonders “Space Dimension Controller” ein. Nach seinem Killerrelease auf Royal Oak ging es stetig bergab. Er hat seinen Trademarksound entwickelt und wird bejubelt wie nichts Gutes. Das wars dann mit der Entwicklung. Und plötzlich begegnet einem der Name an jeder Ecke…

Lange Rede kurzer Sinn, es ist einfach witzig zu sehen wie falsch die Hypes liegen können, und was sie für eine Macht haben. Wahrscheinlich wird so ein Phänomen durch die Hoffnung nach etwas richtig Großem aufrecht gehalten. Der Zwang versperrt damit dann oft den Blick nach den wahren Juwelen. Oder aber einfach wieder ein bisschen zu spät.

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Vinyl vs Mp3

Die Diskussion ist Uralt. Es geht um Vinyl vs. Mp3. In diesem Artikel geht es mir allerdings um etwas, was in der Diskussion eher kaum angesprochen wird, meiner Meinung nach allerdings den Kern der Sache ausmacht. Es geht um den Klang von Platten im Vergleich zu Mp3s. Da scheint es doch einige Misverständnisse zu geben, was die Qualität und schließlich auch den Gesamteindruck im Club ausmachen.

Ich denke das Problem, was viele mit dem Klang von Mp3s (oder auch waves, egal) haben ist ein Problem des Masterings. Klar, erstmal denkt man, digital hätte ja die bessere Qualität und klingt “klarer” usw. Das stimmt auch erstmal. Jedoch fehlt es den digitalen Releases aufgrund des extra dafür angewendeten Masterings häufig an Dynamik. Also der subjektive Lautstärkeeindruck ist bei digitalen Veröffentlichungen weitaus höher als bei analogen. Das liegt an den bauartbedingten Einschränkungen einer Schallplatte. Hier muss man auf verschiedenste Frequenzen achten, damit die Platte überhaupt laufen kann.
Das entfällt natürlich bei digitaler Musik. Da kann man alles an Lautheit rausholen was geht. Das führt allerdings dazu, dass im Club die digitalen Tracks im Endeffekt schwächer klingen als Platten. Denn dort ist die Lautstärke der Anlage ja erstmal unbegrenzt. Platten setzen sich dort aufgrund der höheren Dynamik dann besser durch, wenn der Pegel ein wenig angehoben wird.

Deswegen denke ich, dass es nichts Esoterisches hat, wenn man den Klang von Platten einfach als angenehmer und auch druckvoller empfindet. Es steckt mehr “Leben” drin.

Für mich käme es allein schon aus klanglichen Gründen deshalb nicht in Frage, meine Platten gegen Mp3s tauschen zu wollen. Von der Haptik einmal ganz zu schweigen…

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